In der vollbesetzten Festhalle Wörth präsentierte das Verbandsjugendorchester Germersheim am Sonntag, den 08. Februar 2026 unter der Leitung von Julian Metzger ein facettenreiches Konzertprogramm, das eindrucksvoll die Bandbreite sinfonischer Blasmusik widerspiegelte.
Nach der Begrüßung durch den Präsidenten des Kreismusikverbands Matthias Wolf, setzte das Orchester mit der festlichen „Dichter und Denker“ Ouvertüre (Franz von Suppé / arr. Tohru Takahashi) einen klangvollen Auftakt.
Die spürbare Spielfreude machte deutlich, dass sich die Musizierenden intensiv auf diesen Abend vorbereitet hatten. Durch das weitere Programm führten auf sehr charmante Weise Tanja Ruppenthal und Valentin Weidner.
Das Hauptwerk des ersten Konzertteils, „Hamburg – Das Tor zur Welt“ (Guido Rennert), entführte das Publikum auf eine musikalische Reise in die norddeutsche Hafenmetropole. Eindrucksvoll zeichnete das Orchester die unterschiedlichen Stimmungen zwischen maritimer Weite, geschäftigem Treiben und geschichtsträchtigen Ereignissen nach. Das Orchesters wurde bei diesem Stück von Stefan Wingerter am Akkordeon, dem Instrument des Jahres 2026 solistisch unterstützt. Besonders die dynamischen Kontraste und die klangliche Ausgewogenheit der Register verliehen dem Werk eine eindringliche Wirkung. Hier zeigte sich das hohe Niveau des jungen Klangkörpers in besonderer Weise. Um die Titel der unterschiedlichen Szenen dem Publikum nicht vorzuenthalten, wurden die Szenen unterstützend mit einer Projektion für das Publikum sichtbar dargestellt.
Nach der Pause eröffnete „Illumination“ (David Maslanka) den zweiten Teil mit leuchtenden Klangfarben und rhythmischer Energie. Die Musikerinnen und Musiker präsentierten sich erneut konzentriert und souverän.
Ein besonderer Höhepunkt des Abends war zweifellos „Blue Bells of Scotland“ (Arthur Pryor / arr. E.M. Pearson) mit dem Posaunensolisten Valentin Steiner. Mit technischer Brillanz und klanglicher Wärme meisterte Steiner die anspruchsvollen Variationen und erntete dafür begeisterten Applaus. Das Orchester begleitete aufmerksam und sensibel und schuf so den idealen Rahmen für das Solospiel.
Mit „At World’s End“ (Hans Zimmer / arr. Erik Rozendom), bekannt aus der Filmmusik zu Pirates of the Carribean, brachte das Orchester dramatische Klanggewalt und rhythmische Prägnanz auf die Bühne. Nicht nur am Instrument, waren die Musiker hier gefragt: der geheimnisvolle Einleitungsteil begann mit einem Vocal-Solo (Katja Messemer) und einer mächtigen Stimmgewalt aller männlichen Musiker. Die sehr emotional aufgeladenen Tutti-Passagen wechselten mit lyrischen Momenten und sorgten im Publikum für mitreißende Spannung.
Einen schwungvollen Abschluss des regulären Programms bildete „Phil Collins Live“ (arr. Walter Ratzek), eine energiegeladene Hommage an den britischen Musiker Phil Collins. Die bekannten Melodien sorgten für beste Stimmung im Saal und ließen das Publikum spürbar mitgehen. Ohne große Pause ging es schwungvoll in die erste Zugabe, dem "Mars der Medici" (Johann Wichers). Denn so schnell sollte der Abend noch nicht beendet sein.
Mit dem modernen Hit „No Roots“ von Alice Merton (arr. Thiemo Kraas) als zweite Zugabe brachte das Orchester nochmals frischen, poppigen Schwung in die Festhalle und wurde mit langanhaltendem Applaus belohnt.
Das Verbandsjugendorchester Germersheim präsentierte sich an diesem Abend als ambitioniertes und klangstarkes Ensemble. Unter der inspirierenden Leitung von Julian Metzger entstand ein Konzertabend, der dem Publikum noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.





